Things to Do in Canary Islands

Die Trichter von La Geria, erklärt

Es ist die seltsamste Agrarlandschaft Europas: Tausende in schwarze Vulkanasche gegrabene Trichter, in jedem eine Rebe am Boden und daneben eine halbrunde Steinmauer. Das ist keine Dekoration. Es ist ein Bewässerungssystem ohne Wasser — und es funktioniert.

Reben in Trichtern im schwarzen Lavagranulat von La Geria auf Lanzarote

Das Problem, das es löst

Lanzarote hat kaum Regen und einen ständigen Wind. Unter diesen Bedingungen funktioniert ein gewöhnlicher Weinberg nicht: Er trocknet aus, und der Wind straft ihn.

Was die Ausbrüche des 18. Jahrhunderts auf dem Boden hinterließen, war Lapilli, die körnige Vulkanasche, die hier Picón heißt. Dieses Material hat zwei Eigenschaften, die es zur Lösung machen:

1. Es kondensiert nachts Feuchtigkeit aus der Luft und lässt sie nach unten durch, in die darunterliegende Erde.

2. Es verhindert, dass dieses Wasser zurück verdunstet, weil darüber nur lockerer Kies liegt, der keine Kapillarwirkung hat.

Warum der Trichter und warum die Mauer

Der Trichter existiert, damit die Wurzel die unter dem Picón begrabene fruchtbare Erde erreicht — und damit die Pflanze unter der Windlinie sitzt.

Die halbrunde Mauer aus Vulkanstein steht auf der Seite des vorherrschenden Windes. Sie ist kein Schmuck und keine Grenze: Sie ist ein individueller Windschutz für jede einzelne Pflanze.

Was das für Besucher bedeutet

  • Dies ist Handarbeit, Trichter für Trichter, und deshalb sieht es so unregelmäßig aus.
  • Die Pflanzdichte pro Hektar ist verglichen mit einem kontinentalen Weinberg extrem niedrig. Das erklärt den Weinpreis, und es ist kein Marketing.
  • Die Landschaft ist geschützt, die Trichter werden nicht betreten und die Parzellen nicht befahren: Man bleibt auf den Wegen und besucht die Bodegas, die Gäste empfangen.

Wann es am besten aussieht

Bei tiefem Licht, denn der Kontrast zwischen dem Schwarz des Picón, dem Grün der Rebe und dem Schatten der Mauern macht das Bild. Mittags flacht das Schwarz ab und das Ganze verliert das Relief, das es erkennbar macht.

Häufige Fragen

Wozu dient die Steinmauer an jedem Trichter?

Sie ist ein individueller Windschutz. Sie steht auf der Seite des vorherrschenden Windes, um genau diese Rebe zu schützen — keine Grenze, kein Schmuck. Zusammen mit der Trichtertiefe hält sie die Pflanze unter der Windlinie.

Wie wird bewässert, wenn es kaum regnet?

Es wird nicht bewässert. Der Picón, die körnige Vulkanasche auf dem Boden, kondensiert nachts Luftfeuchtigkeit und lässt sie in die fruchtbare Erde darunter durch; als lockerer Kies verhindert er zugleich, dass dieses Wasser zurück verdunstet.

Darf ich in die Parzellen gehen?

Nein. Es ist eine geschützte Landschaft, und die Trichter werden nicht betreten. Der Besuch führt über die Wege und die Bodegas, die Gäste empfangen — dort wird das System auch vor Ort erklärt.