Der wolkige Norden und der sonnige Süden, erklärt
Es ist die Frage, die Neuankömmlinge am meisten verblüfft: In Puerto de la Cruz regnet es, und 70 Kilometer entfernt in Los Cristianos ist kein Tropfen gefallen. Das ist kein Zufall und kein Pech. Es ist der Passat, der auf einen 3.715 Meter hohen Berg trifft — und wer das weiß, bucht seine Ausflüge anders.

Der Mechanismus in drei Schritten
Der vorherrschende Wind auf den Kanaren ist der Passat, und er weht fast das ganze Jahr aus Nordosten. Er kommt feuchtigkeitsgesättigt über den Atlantik und trifft frontal auf die Masse des Teide.
Da er nicht um den Berg herumkann, steigt die Luft auf. Beim Aufsteigen kühlt sie ab, und beim Abkühlen kondensiert der Wasserdampf: Das ist das Wolkenmeer, die graue Schicht, die etwa zwischen 600 und 1.700 Metern Höhe am Nordhang klebt.
Wenn dieselbe Luft auf die andere Seite gelangt, hat sie ihr Wasser längst abgegeben. Sie sinkt trocken ab und erwärmt sich dabei. Der Süden Teneriffas liegt im Windschatten, und deshalb ist er trocken.
Was das für Ihre Woche bedeutet
- Der Norden ist grün, weil es dort regnet. Anaga, La Orotava, Los Realejos: Wald, Feuchtigkeit und häufiger Nebel. Das ist das Teneriffa, das in keinem Strandprospekt vorkommt.
- Der Süden ist trocken und fast immer sonnig. Costa Adeje, Los Cristianos, El Médano.
- Und der Gipfel liegt über den Wolken. Das erwartet niemand: Man verlässt das Hotel bei grauem Himmel, fährt 45 Minuten bergauf und findet Sonne über einem weißen Teppich.
Der Fehler, der immer wieder passiert
Den Ausflug auf den Gipfel abzusagen, weil es vom Hotel im Norden bewölkt aussieht. Sehr oft liegt diese Wolke unterhalb des Ziels. Man erkennt das nicht am Blick aus dem Fenster, sondern daran, wie hoch die Wolkendecke an diesem Tag liegt.
Und umgekehrt
Wenn Sie im Süden wohnen und das grüne Teneriffa sehen wollen, rechnen Sie damit, dass es an dem Tag in Anaga neblig ist. Sie haben nicht den falschen Tag gewählt: Im Lorbeerwald ist der Nebel das Klima, und er hält den Wald am Leben.
Häufige Fragen
›Kann ich auf den Gipfel, wenn es vom Hotel bewölkt aussieht?
Oft ja, und das überrascht am meisten. Das Wolkenmeer liegt etwa zwischen 600 und 1.700 Metern, der Teide erreicht 3.715. Liegt die Wolke unter Ihrem Ziel, ist oben Sonne. Prüfen Sie die Höhe der Wolkendecke, bevor Sie den Ausflug streichen.
›Auf welcher Seite der Insel soll ich wohnen?
Im Süden für Strand und nahezu garantierte Sonne. Im Norden für Wald, Wandern und grüne Landschaft, mit mehr Wolken. Die Insel lässt sich in gut einer Stunde mit dem Auto queren, von beiden Seiten ist also alles erreichbar.
›Wann gibt es Calima und woran merkt man sie?
Calima ist mit Saharastaub beladene Luft und kommt aus Osten oder Südosten, nicht aus Nordosten wie der Passat. Sie senkt die Sichtweite, hebt die Temperatur und färbt den Himmel weißlich. Betroffen sind vor allem Höhen- und Sternenbeobachtungstouren, weil die Luft nicht mehr klar ist.